Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz"
Vorstellung der SHG "Chronischer Schmerz"
Auswertung der Veranstaltung der SHG "Chronischer Schmerz" Zwickau-Stadt am 11.11.2004
Vorstellung des Krankheitsbildes und der Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz"
Artikel geschrieben von:
Petra Wagner, Stellvertreter Finanzen der SHG "Chronischer Schmerz" Zwickau-Stadt
Datum: 06. Oktober 2003
"Wege aus dem Schmerz"
Schon morgens mit Schmerzen erwachen und hoffen, den Tag einigermaßen zu überstehen; Sich oft schlecht fühlen und zu versuchen, sich in der Öffentlichkeit nichts anmerken zu lassen;
Sich immer mehr zurückzuziehen, weil es nicht mehr möglich ist, am "normalen" Leben teilzunehmen.
Dies sind Erfahrungen, die unsere Mitglieder der Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz" selbst erfahren, die sie mit rund elf Millionen Menschen in Deutschland teilen.
Sie leiden alle unter dem "Chronischen Schmerzsyndrom" - oft schon Jahre, jahrzehnte lang.
Schmerzen, die sich über Monate hinzogen, nicht beachtet und behandelt wurden, haben sich verselbständigt, sich im Gegensatz zu akuten Schmerzen, die eine wichtige Melde-, Schutz- und Heilfunktion in unserem Organismus darstellen, eine eigenständige, ernst zu nehmende Krankheit geworden.
Den Menschen einen Anlaufpunkt zu geben, die Idee eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen, hatten Schmerztherapeut Dr. med. Jürgen Malchow vom Schmerzzentrum Zwickau und dessen Patient Klaus Peter Melzer aus Glauchau.
Aus einem Aufruf heraus, mit 5 Patienten, wurde dann am 16. April 2000 die Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz" Zwickau - Stadt aus der Taufe gehoben.
Heute sind in unserer Gruppe 18 Mitglieder, das Interesse zum Austausch von Erfahrungen haben sowohl Betroffene aus Zwickau, aber eben auch aus Glauchau, Reinsdorf, Meerane u.a.
Uns eint die Erfahrung, dass es eine Erleichterung ist, mit anderen Schmerzpatienten zu sprechen.
Dabei stellten wir fest:
- Wir haben alle die gleichen Sorgen und Probleme;
- Viele Freundschaften gehen kaputt, weil man so manches nicht mehr mitmachen kann;
- Die Mitmenschen können sich einfach nicht in unsere Situation hineindenken, ja sie,
- aber leider auch studierte Mediziner, stempeln uns oft als "Simulanten" ab.
Doch muss man letzteren sagen, Schmerz ist ja schließlich nicht sichtbar, unsere Gruppenmitglieder wünschen keinem so eine "Simulanten-Krankheit".
Uns hilft die Gruppe, wir reden nicht nur über unsere medizinischen Probleme, wir wollen uns vor allem gegenseitig unterstützen, aufbauen, gemeinsam Wege finden, den Schmerz zu lindern und zu beherrschen.
Dabei kann ein kreativer Abend mit "Basteln" genauso motivieren, als ein Besuch im Gesundheitsbad Schlema, das Erlernen von Entspannungstechniken oder das wöchentliche Muskeltraining an Geräten. Jeder kann eigene Ideen und Vorstellungen einbringen.
Vor allem aber versuchen wir Betroffene, so viel wie möglich über unser Krankheitsbild zu erfahren.
Vorträge von berufenen Medizinern, so unlängst von Dr. med. Thomas Neubert, Schmerztherapeut aus Auerbach i. Vogtl., zum Thema "Neues aus der Behandlung von chronischen Schmerzpatienten", Pharmazeuten, Psychologen, Physiotherapeuten und Heilpraktikern, unterstreichen:
- Die Devise "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" oder "Zähne zusammenbeißen und durch" sind heute längst überholt;
- Es bestätigt die Patientenerfahrung - akuter Schmerz ist gesellschaftlich akzeptiert - mit chronischen Schmerzen können (oder wollen ?) viele unserer Menschen nicht umgehen.
- In Deutschland hat Schmerz keine Lobby, sonst wäre diese Frage in das Medizinstudium aufgenommen worden;
Und wenn wir uns nicht regen, bleibt die Schmerzbehandlung in Deutschland weiter das "Stiefkind der Medizin". Werden, so auch Dr. Neubert, Schmerzpatienten die notwendige Medizin bis hin zu stärksten Mitteln (Morphine und Opiate) verwehrt. Bleiben wir in den Augen der Menschen, bedauerlich auch vieler Ärzte, "Eingebildete Kranke".
Wir als Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz" sehen es aber auch als wichtig an, uns in dieser Zeit stärker in die Diskussion über die Neugestaltung des Gesundheitswesens in unserem Lande mit einzumischen.
Deshalb wurden wir Mitglieder der "Deutschen Schmerzliga", die sich als Patientenorganisation für uns, unsere Belange, bei Politikern und Behörden einsetzt.
Das eine Selbsthilfegruppe nicht im eigenen Saft schmoren, die umfangreiche Arbeit ohne Unterstützung bewältigen kann, steht sicher außer Zweifel.
Natürlich haben wir auch viele Helfer, die uns mit Rat und oft auch Tat zur Seite stehen.
Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Zwickau unter Leitung von Frau Bachmann, der Gemeinderat Reinsdorf, die Deutsche Bank, Knappschaft oder AOK sind solche Helfer.
Ihnen sei stellvertretend für alle Organisationen und Institutionen, denen unsere Arbeit etwas wert ist am Schluß herzlichst gedankt.
Petra Wagner
Stellvertreter Finanzen der SHG
Einschätzung unseres Novembertreffens am 11.11.2004 - Mitschrift des Vortrages des Schmerztherapeuten Herrn Dr. med. Thomas Neubert aus Auerbach i.V.
Unser Novembertreffen haben wir am 11.11. 2004 nach meiner Einschätzung sehr erfolgreich absolviert. Alle Gruppenmitglieder erschienen pünktlich bis 13.00 Uhr.
So konnten wir planmäßig zur Tagesordnung übergehen.
Zu Beginn übermittelte ich den Gruppenmitgliedern Informationen zum Gesundheitszustand von Klaus-Peter, dessen Aufenthalt im Krankenhaus und den daran anschließenden Urlaub im Schwarzwald (Termin zur Zeit des Gruppentreffens).
Alle Gruppenmitglieder wünschten ihm baldige Genesung, so dass er am nächsten Gruppentreffen hoffentlich wieder teilnehmen kann.
Erster Tagesordnungspunkt war unser "Blitzlicht".
Die Gruppenmitglieder legten dar, wie es ihnen in den letzten Wochen ergangen ist und wie es Ihnen im Moment geht.
Ca. 1 ein viertel Stunden dauerten die Berichte unserer Gruppenmitglieder.
Dieser Tagesordnungspunkt liegt uns besonders am Herzen. Nur durch das Gespräch ergeben sich Möglichkeiten, auf Probleme der einzelnen Mitglieder einzugehen.
- Nur so erfahren wir, wo jedem Einzelnen der "Schuh" drückt!
- Nur so können wir jedem Einzelnen Hilfe anbieten
Haupttagesordnungspunkt war ein Arztvortrag zum Thema:
"Unser Rücken - die Wirbelsäule - wichtigster Körperteil des Menschen"
Als Referenten hierfür konnten wir "traditionell" und wiederholt, den Schmerztherapeuten Herrn Dr. Neubert, aus Auerbach im Vogtland in unserer Selbsthilfegruppe begrüßen.
Weil wir der Meinung waren, dass dieses Thema alle angeht, gaben wir auch anderen SHG und der Öffentlichkeit die Möglichkeit, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.
Leider folgten nur wenige Mitglieder der SHG "Migräne" und "Polyneuropathie" unserer Einladung!
Nach Vorstellung des Referenten begann der Vortrag pünktlich um 14:30 Uhr.
Nach kurzer theoretischer Einleitung ging er auf die häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule ein. Als Anschauungsmaterial brachte er Modelle der Wirbelsäule mit und erklärte jedem Einzelnen, wo, wie und durch welche Anzeichen sich Erkrankungen der Wirbelsäule bemerkbar machen, an welchen Stellen Nerven eingeklemmt werden können und wie ein Bandscheibenvorfall aussieht. Gleichzeitig legte er dar, wie diese Erkrankungen behandelt werden können.
Bemerkenswert für uns alle war, die Aussage, dass bei den meisten Menschen, die Rückenschmerzen verspüren, kein organischer Schaden an der Wirbelsäule diagnostiziert werden kann. Natürlich begründete er auch diese Tatsache.
Weitere Aussagen waren:
- Bei der Behandlung von Rückenschmerzen werden verschiedenartige Therapien angewendet.
- Es müssen immer mehrere und einander ergänzende Therapien Anwendung finden z.B. medikamentöse und physikalische Therapien, Akupunktur, Neuraltherapie, TENS, Wärme oder Kälte usw. immer auf den Patienten bezogen.
- Bewegung ist das "A" und "O" - auch bei vorhandenen Schmerzen!
Alle gestellten Fragen wurden von Herrn Dr. Neubert ausführlich, individuell und für jeden verständlich beantwortet.
Dies mögen folgende Zitate verdeutlichen:
"Endlich eine Veranstaltung, bei der ich viel gelernt und erfahren habe!"
"Ich habe erfahren, was ich selbst tun kann, um Rückenschmerzen vorzubeugen, aber auch, was ich tun kann, um Beschwerden zu lindern und den Schmerzen zu begegnen!!!"
Petra Wagner
Gruppenmitglied der SHG "Chronischer Schmerz" Zwickau-Stadt
Vorstehender Artikel steht in der
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